Geschichte

Feuer gibt es nicht erst seit 1931 in Barrien zu bekämpfen. 1931 wurde lediglich die damalige Pflichtfeuerwehr in eine Freiwillige Feuerwehr umgegliedert. Urkunden berichten bereits im Jahre 1879 von einer Handdruckspritze. sowie von einer Löschmannschaft.

Bereits im Oktober 1894 wird die Leistung der Barrier Wehr in der „Syker Zeitung“ lobend hervorgehoben‚ denn „sie war nach der telefonischen Nachricht vom Brande von Thiedemann und Schmidt in Syke in der kurzen Zeit von 35 Minuten nach der Meldung des Feuers auf der Brandstätte.“ Das mus sich offenbar herumgesprochen haben, denn die gleiche Zeitung meldet am 11. Juli i896, dass „zur Betreibung der Anschaffungskosten für die neue Saug- und Druckspritze der Gemeinde Barrien nunmehr seitens der Direktion der Vereinigten Landschaflichen Brandkassen zu Hannover eine Beihilfe von 700 Mark bewilligt worden ist.“

im Jahre 1902 wurde eine Pflichtfeuerwehr eingerichtet. Nach dem damaligen „Ortsstatut“ waren alle männlichen Einwohner vom 17. bis zum 55. Lebensjahr zum Eintritt in die Feuerwehr verpflichtet, mit Ausnahme der aktiven Kreis-‚ Staats, Hof- und Kommunalbeamten, der Bahnbeamten und der aktiven Millitärpersonen einschließlich der Gendarmen‚ der Geistlichen, Arzte, Apotheker sowie der Lehrer. Es wurden damals „6 Bedienungsmannschoften gegen Vergütung von 1 Mark pro Einsatz aus der Gemeindekasse" angestellt. Die Handdruckspritze wurde durchPferdegespanne gezogen, wobei pro Fahrt 10 Mark gezahlt werden mussten.

Von den Vereinigten Landschoftlichen Brandkassen zu Hannover gab es i903 eine Prämie für die Barrier Wehr. die durch ihren Einsatz dazu beigetragen hatte. daß beim Brande auf dem Nüstedtschen Anwesen in Syke das Haus Rehmstedt vom Feuer verschont blieb. Am 4. Juli 1931 wurde die Pflichtfeuerwehr in eine Freiwillige Feuerwehr umgewandelt. Dieses war ein bedeutender Schritt, denn jetzt bestand die Mannschaft nur noch aus Männern, die freiwillig in die Feuerwehr eingetreten waren. Zu dieser Gründungsversammlung erschienen 40 Bürger, die alle bereit waren, dem Nächsten in Not und Gefahr zu helfen.

Anfang des Jahres 1939 wurden die kommunalen Feuerwehren des damaligen Deutschen Reiches in eine reichseinheitliche Polizeiorganisation umgewandelt. Mit Beginn des zweiten Weltkrieges wurde der größte Teil der aktiven Mitglieder zum Kriegsdienst eingezogen. Die verbliebenen Männer wurden mit der größten Aufgabe konfrontiert, die je an Feuerwehren gestellt wurde, nämlich mit der Bekämpfung der Brände durch Luftangriffe. Dabei ist vielen von ihnen und auch vielen älteren Barrier Bürgern noch die Nacht vom 25. zum 26. Juni 1942 in schrecklicher Erinnerung. ln dieser Nacht überflogen bei einem Angriff auf Bremen feindliche Bomber den Ort. Dabei wurden über Barrien Spreng- und Brandbomben in großer Zahl abgeworfen. Dadurch brannten insgesamt zwölf Wohnhäuser, sechs Scheunen und sechs Ställe vollkommen nieder, elf Häuser, eine Scheune und zwei Ställe wurden von den Besitzern und der Feuerwehr gelöscht und zehn Wohnhäuser wurden durch einen Einsturz ohne Brand völlig zerstört. Vier Tage nach diesem grauenvollen Einsatz sandte der damalige Barrier Brandmeister Heinrich Laue den erschütternden Bericht an den Kreisfeuerwehrführer Lahrs nach Lahausen und teilte darin ferner mit, dass durch einen Kellereinsturz zwei Personen verschüttet wurden, von denen eine Person nach drei Stunden verletzt gerettet und die andere tot geborgen werden konnte.

Obgleich es also in Barrien selbst genug zu tun gab, musste diese "Restwehr" in den Jahren 1943 bis 1945 auch noch in Hannover und Bremen Einsätze leisten. Beim Eindämmen der Feuersbrünste in Hannover verbrannte die erst 1943 angeschaffte Tragkraftspritze. Nach der Kapitulation des Deutschen Reiches kamen neue Eingriffe in den Restbestand der Feuerwehr. Das Löschfahrzeug wurde von den Besatzungstruppen beschlagnahmt und tauchte nie wieder auf. Am Ende des gleichen Jahres verfügte die Feuerwehr über ein Löschgruppenfahrzeug 8 mit Tragkraftspritzenanhänger und zwei 800I Tragspritzen und eine Handdruckspritze mit Schlauchwagen. Für die Löschwasserversorgung standen zwei Bohrbrunnen und neun Hydranten zur Verfügung.

Das bisherige Feuerwehrhaus an der Sudweyher Straße entsprach nicht mehr den Anforderungen und wurde am 30. Oktober 1966 durch ein Gebäude ersetzt, dass durch den Umbau eines Stallgebäudes auf dem ehemaligen Hof Wehrenberg entstanden war.

Nach der Gemeindereform von 1973 wurden die Gemeindefeuerwehren umbenannt und auf Stadtebene zusammengeschlossen. Am 28.11 .1974 wurde die Jugendfeuerwehr Barrien mit damals 1 0 Mitgliedern gegründet. Die Stadt Syke gliedert sich in zehn Ortsfeuerwehren die zur Zeit unter dem Kommando von Stadtbrandmeister Stefan Schütte stehen.

Mit unserem Löschgruppenfahrzeug 8 mit der Besatzung von neun Kameraden stellen wir eines der Fahrzeuge in der 1. Kreisfeuerwehrbereitschaft im 4. Zug des Landkreises Diepholz. Diese Bereitschaft kommt bei Großschadensereignissen zum Einsatz und ist dort für die Wasserförderung zuständig. Der letze Einsatz war 1996 bei dem Moorbrand in Hemsloh in der Nähe von Barnstorf. Die Kreisfeuerwehrbereitschaft besteht seit 1956 und wurde damals auf Verordnung des Landes gebildet.

ln der Barrier Feuerwehr verrichten derzeit etwa 55 aktive Feuerwehrmitglieder ihren Dienst. Außerdem besteht eine Jugend- und eine Altersabteilung. Alle Abteilungen werden von Stefan Schütte und seinem Kommando geleitet. Das erste "Kommando" der Freiwilligen Feuerwehr wurde aufgrundeiner Satzungsänderung im Jahr 1957 gewählt. Es bestand aus dem Ortsbrandmeister, dem stellvertretenden Ortsbrandmeister, dem Schriftführer und zwei Beisitzern. Heute gehören außer dem Ortsbrandmeister und seinem Stellvertreter und dem Schriftführer noch zwei Gruppenführer, der Jugendwart, der Kassenwart, der Atemschutwart, der Gerätewart und der Sicherheitsbeauftragte dazu.

Die Aufgaben sind aber mit der Schadensbekämpfung noch nicht erschöpft. Neben diese Funktion tritt ein gesellschaftspolitischer Wert, der nicht hoch genug veranschlagt werden kann. Wir alle beobachten ein großes Maß an Staatsverdrossenheit und Desinteresse an öffentlichen Aufgaben bei vielen Mitbürgern. Dieser Gruppierung stellen sich die Freiwilligen Feuerwehren gegenüber und demonstrieren dadurch Sicherheit des menschlichen Lebens und die Erhaltung der Güter des täglichen Bedarfs. Wir tun dies durch Selbstdisziplin und Einordnung in eine selbstgewählte Gemeinschaft. Die Bereitschaft, sich für seinen Nächsten einzusetzen, hat sich in einigen Familien über Generationen erhalten und wird sich dank des Engagement der Jugendfeuerwehren weiter fortpflanzen. Wir wollen durch diese Haltung eine innere Kraft sein die Verbesserung der Gemeinschaft in unserem Ort fördern.

Daneben spielt natürlich auch die Kameradschaft innerhalb der Wehr aber auch zu den Feuerwehren der Nachbarortsteile eine ganz große Rolle. Trotz aller Vorbehalte am Anfang besteht heute ein gutes und kameradschaftliches Verhältnis. Dieser Zusammenhalt hat sich bei Übungen und Einsätzen bewährt und wird sich weiter festigen.

   

Heiner Graue
1931 - 1937
1941 - 1945

 

Christian Ristedt
1937 - 1941

 

Heinrich Ristedt
1945 - 1963
(während der Amtszeit verstorben)

 

Alfred Borchers
1963 - 1972

 

Hermann Büntemeyer
1972 - 1990

 

Horst Glander
01/1991 - 06/1991
(während der Amtszeit verstorben)

 

Uwe Hüneke
1991 - 1997

 

Stefan Schütte
1997 - 2007

 

Jens Seifert
seit 2007

 

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